Wundertüte

Stand der Wundertüte auf dem Friedenauer Engelmarkt/Foto: Bojana Markovic

Was wünschen Sie sich zum Geburtstag?

Immer mehr, insbesondere ältere, Menschen möchten an ihren Geburtstagen oder anderen Feiertagen, wie Silberne oder Goldene Hochzeit und Jubiläen gar nichts geschenkt bekommen. „Wir haben ja alles." Diesen Satz haben Sie sicherlich auch schon oft gehört. Aber immer öfter haben sie auch die Idee, sich anstelle des Geschenks, eine Spende auch für eine ihnen nahestehende soziale Einrichtung zu wünschen.
Das haben in der Vergangenheit auch einige AWO-Mitglieder (s. Foto: BFC Preussen) gehalten und ihre Gäste um eine Spende für das Projekt „Wundertüte" gebeten. So konnten wir schon mehrmals großzügige Spenden in Empfang nehmen. Und natürlich ist die Freude dann groß, bei uns und bei den Spenderinnen und Spendern über die meist unerwartet großzügigen Spenden ihrer Gäste.
Wir helfen bei diesen Aktionen auch gern mit und stellen Flyer des Projekts und Sammelbüchsen zur Verfügung oder helfen bei der Abfassung eines entsprechenden Briefs, der einer Einladung beigelegt werden kann. Die Gäste einer Feier sind dann genau unterrichtet, welchem Zweck ihre Spende dient, dass es innerhalb unseres Bezirks benachteiligten Kindern zu Gute kommt und auch bei der Steuer abgesetzt werden kann, wenn wir Name und Anschrift für eine Spendenbescheinigung erfahren.
Wir springen bei fehlenden Schulmaterialien ein, übernehmen Zuschüsse zu Ausflügen und Klassenfahrten und fördern Nachhilfeunterricht, wenn diese Dinge vom Elternhaus oder anderen Institutionen nicht übernommen werden können, damit Kinder nicht schon früh Gefahr laufen, in ihren Bildungschancen beeinträchtigt zu werden. Die Schirmherrschaft für das Projekt „Wundertüte" hat der Regierende Bürgermeister Michael Müller übernommen.

Eva Liebchen

Jahresbericht 2016 zum Projekt „Wundertüte“ der Arbeiterwohlfahrt Berlin, Kreisverband Südwest e.V.

Jugendbegegnung
Internationale Jugendbegegnung in der Türkei (Foto: Die Burg)

- Ziel des Projekts „Wundertüte“

Ziel des 2008 begründeten Projekts ist die Unterstützung von benachteiligten Friedenauer Schulkindern, z. B. bei der Beschaffung von Lernmaterialien und Sportsachen, Finanzierung von Ausflügen, Lernhilfen, Förderunterricht, Schwimmunterricht und Zuschüsse zu Projektwochen, Theaterbesuchen und Klassenreisen. („Helfende Tätigkeit auf dem Gebiet der Jugendhilfe gemäß unserer Satzung").

- Inhalt des Projekts (Spendenvergabe)

Immer mehr Menschen geraten durch Arbeitslosigkeit, Lohndumping und prekäre Arbeitsverhältnisse ins soziale Abseits. Wie immer das Einzelschicksal aussehen mag, betroffen sind auch immer Kinder. Die AWO hat deshalb eine Idee entwickelt, wie man der Chancengleichheit benachteiligter Kinder „auf die Sprünge" helfen kann. Man kann vor Ort helfen. Die AWO nutzt dabei ihr Potenzial an bürgerschaftlichem Engagement, um in Kooperation mit den Schulen, Vereinen und Flüchtlingsunterkünften in Friedenau benachteiligten Kindern in Form von Sachspenden zu helfen. Denn eine gute schulische Ausbildung ist häufig vom Fehlen von Schulmaterialien, Geld für Ausflüge und Förderunterricht bedroht. Und hier setzt die „Wundertüte" an: Auf Vorschlag und in Absprache mit Lehrerinnen, Lehrern und Sozialarbeiterinnen wird für das betreffende Kind angeschafft, was für die Schule nötig ist. Diese direkte Art der Hilfe geschieht ohne Bedarfsprüfung, unbürokratisch und in vertrauensvoller Kooperation. Es kommt uns nicht auf die öffentliche Wirkung an, sondern darauf, praktisch und „geräuschlos" zu helfen, damit Kinder in ihrer schulischen Ausbildung nicht benachteiligt werden. Damit bleibt die AWO ihrer beinahe 100 Jahre alten Idee treu, sozial benachteiligten Menschen zu helfen und damit deren Chancen zu verbessern.

- Finanzierung

Das Startkapital wurde vom Kreisverband Südwest der AWO aus einer projektgebundenen Erbschaft zur Verfügung gestellt und ein Sonderkonto /Spendenkonto eingerichtet. Das Sonderkonto dient ausschließlich der Mittelvergabe für das Projektziel. Im Jahr 2016 erhielten wir 3.659,-- € Spendengelder. Und 4.715,-- € bekamen Schülerinnen und Schüler an Sachmitteln von uns. Für Verwaltungskosten werden ab 2014 5% der jährlich eingehenden Spendengelder verwendet. Die Durchführung des Projekts liegt beim Kreisvorstand der Arbeiterwohlfahrt Berlin, Kreisverband Südwest e.V.. Der jeweils aktuelle Jahresbericht wird im Internet des Kreises vorgestellt.

Wundertüte Plakat

- Personal

Alle am Projekt mitarbeitenden Personen sind Mitglieder der Arbeiterwohlfahrt und ehrenamtlich tätig. Projektleiterin ist seit der Gründung Eva Liebchen, Mitglied des Kreisvorstands der Arbeiterwohlfahrt Berlin, Kreisverband Südwest e.V.. Allen Friedenauer Schulen, aber auch Kitas, Vereinen, Jugendfeizeiteinrichtungen und Flüchtlingseinrichtungen steht das Angebot des Projekts offen. Bei den Schulen handelt es sich um:

  • Gemeinschaftsschule Friedenau
  • Fläming-Grundschule
  • Friedrich-Bergius-Schule (Integrierte Sekundarschule)
  • Prignitz-Schule (Grund- und Oberschule mit sonderpädagogischem Schwerpunkt)
  • Paul-Natorp-Gymnasium
  • Rheingau-Gymnasium
  • Ruppin-Grundschule
  • Stechlinsee-Grundschule.

- Datenschutz

Personaldaten von Schülern, Lehrern und Eltern werden nur zum Nachweis der vergebenen Sach- und Finanzmittel AWO-intern sachgerecht aufbewahrt. Es erfolgt keinerlei Datenweitergabe.

- Kontakte

Zu Beginn des Projekts wurden alle obengenannten Schulen von der Aktion unterrichtet, was in Abständen weiterhin erfolgt. Außerdem wurde die Arbeit bei den zuständigen Abteilungen des Bezirksamtes, in den Medien und über die Berliner Presse bekannt gemacht. Es wurde ein Logo, die „Wundertüte", für Flyer, Plakate und Öffentlichkeitsarbeit geschaffen.

Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin (Foto: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung/Marco Urban)

- Spender/innen/Sponsoring und Schirmherrschaft

Spenden zur Weiterführung des Projekts erhalten wir hauptsächlich aus unserem Mitgliederkreis und von Sympathisanten der AWO. –
Seit 2014 haben wir Sammelbüchsen in Geschäften und Restaurants aufgestellt und auch Benefiz-Lesungen veranstaltet
Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Herr Michael Müller (siehe Foto) hat von seinem Vorgänger Klaus Wowereit die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen, wofür wir ihm sehr dankbar sind, weil es zur Motivation der Mitarbeiter/innen beiträgt und außerdem die Seriosität des Projekts unterstreicht.

- Bedürftigkeit

Es erfolgt keine formelle Überprüfung der Bedürftigkeit. Die Bestätigung durch Lehrer/innen, Sozialarbeiter/innen und Erzieher/innen ist – unter Berücksichtigung des Bildungs- und Teilhabepakets (BuT) – ausreichend.
Eine ansteigende Zahl von bedürftigen Kindern zeichnet sich ab, nicht zuletzt durch die Einrichtung von zahlreichen Willkommensklassen an allen Schulen in Friedenau.

- Einige Beispiele für Hilfen durch die „Wundertüte" im Jahr 2016:

  • Förderung der Teilnahme an einer Internationalen Jugendbegegnung in der Türkei für Jugendliche der „Burg"
  • Schulklassentickets der BVG für Schüler/innen für Klassenausflüge, Fahrt zum Schwimmunterricht, ins Theater u. Schulmaterialien, Turnschuhe und Sportkleidung für zahlreiche Schüler/innen.
  • Brotboxen zum Einschulungstag für 350 Friedenauer Erstklässler/innen.
  • Kleinmaterialien, die immer wieder „verloren gehen": Hefte, Tintenpatronen, Füller Geodreiecke, Scheren, Bastelmaterial.
  • Zuschüsse zu Klassenfahrten, Ausflügen, Zoobesuchen, Projekttagen usw.
  • Finanzierung von Förderunterricht.
  • Ferienpässe

Bei allen Hilfen sind wir bemüht, dass sich die Eltern sowohl finanziell nach ihren Möglichkeiten aber auch in ihrem Engagement für ihre Kinder und deren Schule, KiTa oder Sportverein beteiligen.

Eva Liebchen, am 22.01.2017

AWO-Mitglieder verteilen zur Einschulung “Wundertüten” (Foto: Orkan Özdemir)
AWO-Mitglieder verteilen zur Einschulung “Wundertüten”
(Foto: Orkan Özdemir)

Kontakt:
AWO Friedenau
Tel. 0176-53182999
mail: wundertuete-friedenau@awo-suedwest.de
Spendenkonto:
AWO Friedenau “Wundertüte“
IBAN: DE92 10050000 0190107340
BIC: BELADEBEXXX

Einmal über den Tellerrand und zurück!

Genau das war der Anspruch der 8. Klassen des Paul-Natorp-Gymnasiums in Friedenau. Als gemeinsame Idee der Elternschaft und dem Fachbereich Ethik startete so die Planung für einen Sozialtag der Schule.
......
Mit einer „anderen Welt", gleich um die Ecke haben sich an diesem Tag Giulia, Lasse, Fabia, Lilli, Isabella und Christian beschäftigt. Im Café Sonnenschein in Friedenau haben sie sich den Tag über mit dem Thema Kinderarmut auseinandergesetzt. In Berlin ist davon rund jedes 3. Kind betroffen. Verglichen mit Gleichaltrigen aus Familie mit gesichertem Einkommen sind arme Kinder häufiger sozial isoliert, materiell unterversorgt und gesundheitlich beeinträchtigt. Sie haben oft kein eigenes Zimmer und damit keinen Rückzugsort, ernähren sich ungesünder, Monatstickets für den Nahverkehr sind kaum finanzierbar und außerschulische Bildung, Hobbys oder Urlaub ein Luxus. Außerdem haben arme Kinder einen weitaus beschwerlicheren Bildungsweg. Eva Liebchen vom Projekt „Wundertüte" des AWO Kreisverbandes Südwest e.V. versucht das abzufedern. Mit ihrem Projekt kümmert sie sich um die Schulausstattung von bedürftigen Kindern, um ihnen eine guten Start in die Schule zu sichern. Für die 6 Schülerinnen und Schüler war dies nicht nur eine Menge Information sondern auch gleich eine ganz konkrete Möglichkeit, selbst aktiv zu werden und zu helfen – denn dass ist kinderleicht!
So wie diese Schülerinnen und Schüler haben noch viele andere die Chance gehabt, an diesem Tag über ihren eigenen Tellerrand zu schauen, Neues zu lernen und auch Altes in Frage zu stellen. Die eigenen Erfahrungen helfen dabei zu wachsen und sich Vorurteilen aus einer anderen Perspektive zu stellen. Für die Achtklässlerinnen und Achtklässler ist es eine Chance, sich selbst und die stadt mit ihren Bewohnern selbst und ungefiltert zu entdecken.
Ein Experiment, was Schule machen sollte.

Özlem Arapoglu

Unsere Sponsoren


Scheibner

Scheibner, Fregestraße 6, 12159 Berlin - Friedenau (Ecke Hedwigstraße)