Auf Entdeckungsfahrt durch die Dörfer und Landgemeinden des Südwesten Berlins
Nach einer äußerst interessanten Kieztour im vergangenen September, auf der uns Klaus-Peter Laschinsky die heute noch sichtbaren Spuren der amerikanischen Präsenz im Bezirk Steglitz-Zehlendorf nähergebracht hatte, begaben sich am 04. September 2026 insgesamt 24 interessierte Mitglieder und Gäste auf eine ganz andere, aber nicht weniger spannende Entdeckungstour. Diesmal ging es auf historische Spurensuche zu den Dörfern, Angern und Rittergütern, aus denen sich im Laufe der Jahrhunderte die heutigen Ortsteile im Südwesten Berlins entwickelt haben. Die Idee zu dieser abwechslungsreichen Landpartie stammte wiederum von Klaus-Peter Laschinsky , der die Route sorgfältig zusammengestellt und die Fahrt umfangreich vorbereitet hatte.
Während der gesamten Tour verstand er es, Geschichte lebendig werden zu lassen. Kenntnisreich und anschaulich erläuterte er die Ursprünge der ehemaligen selbstständigen Dörfer und Landgemeinden und machte immer wieder darauf aufmerksam, welche Spuren ihrer Vergangenheit bis heute im Stadtbild zu entdecken sind. So wurde aus einer Busfahrt durch den Berliner Südwesten eine spannende Reise durch mehrere Jahrhunderte Stadt- und Regionalgeschichte. Unsere historische Entdeckungsreise begann im 1299 erstmals urkundlich erwähnten Angerdorf Schönow. Von dort führte die Route nach Teltow, das bereits1265 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Anschließend ging es über Giesendorf und Lichterfelde nach Dahlem. Hier erwartete die Teilnehmer ein besonderer Höhepunkt der Fahrt: Bei einem Zwischenstopp gab es eine sachkundige Führung über das Gelände des ehemaligen Rittergutes Dahlem. Heute befindet dort ein Freilandmuseum, das sich der Agrar- und Ernährungskultur mit ökologischem Schwerpunkt widmet. Durch den Grunewald führte die Fahrt anschließend nach Wannsee.
Dort erkundeten wir den ehemaligen Siedlungskern und das ehemalige Dorf Stolpe mit dem Wilhelmplatz und der alten Dorfkirche. Über die ehemalige Villenkolonie Nikolassee und durch Schlachtensee ging es schließlich nach Zehlendorf. Am alten Dorfanger und an der historischen Dorfkirche aus dem Jahr 1768 wurde noch einmal deutlich, wie viel Geschichte mitten im modernen Stadtbild erhalten geblieben ist. Damit wurde die Fahrt tatsächlich zu einer Landpartie durch die Jahrhunderte – und zugleich zu einem besonderen Blick auf Berlin. Denn wer die Geschichte der alten Dörfer, Anger und Rittergüter kennt, sieht die Stadt mit anderen Augen. Vertraute Straßen und Plätze bekommen plötzlich eine neue Bedeutung, und so manches unscheinbares Gebäude oder historisches Detail erzählt bei genauerem Hinsehen von einer längst vergangenen Zeit. Nach den vielen Eindrücken und spannenden Geschichten ließen wir den ereignisreichen Tag bei einem gemütlichen Kaffeetrinken im Hertha- Müller- Haus ausklingen. Hier gab es die Gelegenheit, die vielfältigen Eindrücke der Fahrt noch einmal Revue passieren zu lassen und sich untereinander über die vielen interessanten Eindrücke auszutauschen.
Ein herzliches Dankeschön gilt Conny Meise, die uns mit ihrem Bus sicher und umsichtig durch den Berliner Südwesten chauffierte und dabei selbst die engsten Straßen souverän meisterte.
Unser ganz besonderer Dank gilt Klaus-Peter Laschinsky für die Idee und Realisierung dieser außergewöhnlichen Tour, die umfangreiche Vorbereitung sowie seine kenntnisreichen und lebendigen Erläuterungen während der gesamten Fahrt.
Es war eine rundherum gelungene und abwechslungsreiche Landpartie, die uns eindrucksvoll vor Augen geführt hat: Berlin ist nicht nur Großstadt- in seinen alten Dörfern und Landgemeinden steckt eine jahrhundertalte Geschichte, die es immer wieder neu zu entdecken lohnt.
Tilman Adolph