Wundertüte

Leitung: Eva Liebchen
E-Mail: eva.liebchen@gmx.net
wundertuete-friedenau@awo-suedwest.de
Adresse: Lauterstr. 26, 12159 Berlin
Tel. 030-851 76 13
Tel. 0151-28 99 24 75
 
       
Spendenkonto: Wundertüte
Berliner Sparkasse
IBAN: DE92 10050000 0190107340
BIC BELADEBEXXX
 
       

Engagement im Fokus

Projekt Wundertüte im AWO Kreisverband Berlin Südwest e.V.

Eva Liebchen ist seit über 40 Jahren Mitglied der AWO. 2008 war sie eine der Initiatorinnen des Projektes Wundertüte in der AWO Abteilung Friedenau, das sie bis heute koordiniert. Das Projekt unter der Schirmherrschaft des Regierenden Bürgermeisters von Berlin hat es sich zur Aufgabe gemacht, benachteiligte Schüler*innen in Friedenau bei der Beschaffung von Schulmaterialien und Sportzeug sowie der Teilnahme an Ausflügen und Klassenfahrten finanziell zu unterstützen. Sie erzählt, wie kleine Beträge einen großen Unterschied machen können.

Wie ist die Idee zum Projekt entstanden?
Der AWO Kreisverband Berlin Südwest hat 2008 eine Erbschaftsspende über mehrere tausend Euro erhalten. Die Spende war an die Bedingung geknüpft, mit dem Geld ein soziales Projekt zu finanzieren. Daraufhin haben wir uns im Vorstand zusammengesetzt und überlegt, wie dieses Projekt aussehen könnte.
Wir wollten gerne etwas für Kinder und Jugendliche machen. Friedenau gilt ja als gutbürgerlicher Stadtteil, aber auch hier gibt es Quartiere, in denen benachteiligte Kinder leben, die kein Geld haben, um sich die Ausstattung für die Schule zu kaufen. Als Ehrenamtliche sind wir jedoch „Laienkünstler“. Es musste also ein Projekt sein, dass man auch ohne sozialpädagogische Fachkenntnisse umsetzen kann. So entstand die Idee zur Wundertüte, bei der wir eng mit Schulen zusammenarbeiten.

Wie arbeitet das Projekt Wundertüte?
Das Projekt kooperiert mit acht Schulen in Friedenau von der Grundschule bis zum Gymnasium. Die Lehrer*innen und Schulsozialarbeiter*innen kontaktieren uns, wenn sie Bedarfe bei den Kindern sehen. Das kann z.B. sein, dass ein Kind nicht am Sportunterricht teilnehmen darf, weil es keine geeigneten Sportschuhe besitzt, dass das Geld für Schulbücher fehlt oder dass ein Kind die Kosten für eine Ski-Klassenfahrt zwar erstattet bekommt, aber die benötigte Ausstattung nicht bezahlen kann. Es gibt auch Kinder, die am ersten Schultag ohne Stift und Schreibheft in die Schule kommen. In solchen Fällen springen wir ein und stellen flexibel und unbürokratisch das benötigte Geld zur Verfügung.
Früher haben wir öfter auch Nachhilfe und den Selbstkostenanteil für Klassenfahrten finanziert. Das wird jetzt glücklicherweise über das Bildungs- und Teilhabepaket abgedeckt.

Wer kümmert sich mit Ihnen um die Umsetzung?
Das Projekt wird rein ehrenamtlich umgesetzt. Am Anfang hatten wir eine Ansprechperson pro Schule. Inzwischen bin ich die zentrale Ansprechperson für alle Schulen. Wenn ich irgendwo Hilfe benötige, findet sich aber immer jemand, der mich unterstützt. Wir haben beispielsweise auch mit einer Geflüchtetenunterkunft vor Ort zusammengearbeitet und unter anderem ein Mädchen aus Afghanistan unterstützt. Um sich mit ihr und der Familie verständigen zu können, ist eine Bekannte eingesprungen, die Farsi spricht.

Wie hat sich die Corona-Pandemie auf das Projekt ausgewirkt?
Gerade gibt es recht wenige Anfragen, weil sich die Schulen im Ausnahmezustand befinden und alle Hände voll damit zu tun haben, den Schulalltag unter Corona-Bedingungen zu meistern. Während der Schulschließungen haben wir jedoch von einer Sozialarbeiterin die Rückmeldung bekommen, dass einige Kinder sich zuhause nicht beschäftigen können, weil sie gar keine Spielsachen besitzen. Daraufhin haben wir einiges besorgt.

Was waren besondere Momente im Projekt?
Das allererste Kind, das wir mit dem Projekt unterstützt haben, ist mir bis heute in Erinnerung geblieben. Es war ein Mädchen, dessen Familie wenige Tage vor Weihnachten obdachlos geworden war. Die Eltern zogen in eine Obdachlosenunterkunft, das Mädchen kam in ein Kinderheim. Es hatte nicht einmal eine Schultasche. Da sind wir losgezogen und haben einen Schulranzen mit allem, was dazugehört, besorgt. Die Lehrerin hat ihn dem Kind kurz vor Weihnachten noch vorbeigebracht. Das sind Situationen, die sich viele gar nicht vorstellen können.

Wie finanziert sich das Projekt?
Neben der Erbschaft finanzieren wir uns aus weiteren Spenden. Einmal im Jahr schreiben wir alle Mitglieder der Abteilung Friedenau an und bitten um eine Spende. Hinzu kommen Spenden lokaler Gewerbetreibender. Ein Supermarkt hat beispielsweise ein ganzes Jahr lang für uns Pfandspenden gesammelt. Da sind ein paar tausend Euro zusammengekommen. Wir mussten nie wirklich Spendenakquise betreiben. Das Projekt ist in Friedenau bekannt, und viele Anwohner und Gewerbetreibende spenden gerne für einen lokalen Zweck.

Wie sieht die Zukunft des Projekts Wundertüte aus?
Im Idealfall würde man das Projekt Wundertüte irgendwann auflösen, weil es keine benachteiligten Kinder mehr gibt. Das wird aber nicht passieren. Also machen wir weiter!

Sie planen ein ähnliches Projekt bei sich vor Ort? Eva Liebchen steht für Fragen und Tipps gerne zur Verfügung: wundertuete-friedenau@awo-suedwest.de.

Sie möchten das Projekt Wundertüte unterstützen? Dann können Sie für das Projekt spenden oder zu einem Anlass Spenden sammeln:
AWO Friedenau “Wundertüte“
IBAN: DE92 10050000 0190107340
BIC: BELADEBEXXX

Wenn Fahrscheine fehlen

Schulausflug zum Berliner Reichstag

Wenn 20 Kinder an der Prignitz-Schule in Friedenau (Schule mit sonderpädagogischem Förderbedarf) von zu Hause kein Fahrgeld für Ausflüge mitbekommen, dann springt auch hier unser Projekt ein und beschafft Schulklassentickets für ein ganzes Schuljahr. So werden Ausflüge in Museen, in den Zoo, zum Schwimmen und – wie hier auf den Fotos zu sehen – ins Regierungsviertel für alle möglich.
Unser Dank gilt deshalb allen, die uns mit Spenden und mit ihrer Mitarbeit bei Aktionen unterstützen.
Eva Liebchen

(Foto: Prignitz-Schule)

Was wünschen Sie sich zum Geburtstag?

Immer mehr, insbesondere ältere, Menschen möchten an ihren Geburtstagen oder anderen Feiertagen, wie Silberne oder Goldene Hochzeit und Jubiläen gar nichts geschenkt bekommen. „Wir haben ja alles." Diesen Satz haben Sie sicherlich auch schon oft gehört. Aber immer öfter haben sie auch die Idee, sich anstelle des Geschenks, eine Spende auch für eine ihnen nahestehende soziale Einrichtung zu wünschen.
Das haben in der Vergangenheit auch einige AWO-Mitglieder (s. Foto: BFC Preussen) gehalten und ihre Gäste um eine Spende für das Projekt „Wundertüte" gebeten. So konnten wir schon mehrmals großzügige Spenden in Empfang nehmen. Und natürlich ist die Freude dann groß, bei uns und bei den Spenderinnen und Spendern über die meist unerwartet großzügigen Spenden ihrer Gäste.
Wir helfen bei diesen Aktionen auch gern mit und stellen Flyer des Projekts und Sammelbüchsen zur Verfügung oder helfen bei der Abfassung eines entsprechenden Briefs, der einer Einladung beigelegt werden kann. Die Gäste einer Feier sind dann genau unterrichtet, welchem Zweck ihre Spende dient, dass es innerhalb unseres Bezirks benachteiligten Kindern zu Gute kommt und auch bei der Steuer abgesetzt werden kann, wenn wir Name und Anschrift für eine Spendenbescheinigung erfahren.
Wir springen bei fehlenden Schulmaterialien ein, übernehmen Zuschüsse zu Ausflügen und Klassenfahrten und fördern Nachhilfeunterricht, wenn diese Dinge vom Elternhaus oder anderen Institutionen nicht übernommen werden können, damit Kinder nicht schon früh Gefahr laufen, in ihren Bildungschancen beeinträchtigt zu werden. Die Schirmherrschaft für das Projekt „Wundertüte" hat der Regierende Bürgermeister Michael Müller übernommen.

Eva Liebchen

Unsere Sponsoren


Scheibner

Scheibner, Fregestraße 6, 12159 Berlin - Friedenau (Ecke Hedwigstraße)